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Zertifizierung

„Es kommt darauf an, wie gefischt wird!”

Von Naturland - Verband für ökologischen Landbau e. V. · 2020

Darf man in Zeiten überfischter Meere überhaupt noch Fisch essen? "Klar, aber nachhaltig muss er sein", sagt Nicole Knapstein, Geschäftsführerin von "sustain seafood", einem Verein, der sich vor allem für die handwerklich arbeitenden Fischer in der Nordsee einsetzt. Für den Öko-Verband Naturland begleitet sie zudem die Zertifizierung solcher Fischereiprojekte.

Kutterfisch fängt in der Nordsee nachhaltig Seelachs nach Naturland Richtlinien. Quelle: Kutterfisch

Frau Knapstein, welchen Nordseefisch kann man guten Gewissens genießen?

Den Fischbeständen geht es manchmal besser, als der Blick in landläufige Einkaufsführer vielleicht vermuten ließe. Bekannte Speisefische wie Scholle oder Seelachs etwa sind in unserer heimischen Nordsee derzeit im grünen Bereich, auch beim Seehecht sieht es gut aus. Aber das allein reicht nicht. Es kommt genauso darauf an, WIE ein Bestand befischt wird. Mit welchen Schiffen, welcher Fangmethode – und wie wirkt sich diese ganz konkret aus? Werden die Jungfische geschont? Was ist mit dem Beifang? Und welchen Einfluss hat die Fischerei auf das Öko-System Meer insgesamt? All das spielt eine Rolle.

Nicole Knapstein

Sie begleiten die Zertifizierung von Fischereiprojekten mit dem "Naturland-Wildfisch"-Label. Wie funktioniert das?

Das Besondere an "Naturland Wildfisch" ist, dass es eine Zertifizierung nach Maß ist. Das heißt, jedes Fischereiprojekt wird einzeln betrachtet und in einem transparenten Prozess gemeinsam mit Behörden, Wissenschaft und Umweltschutzorganisationen bewertet. Am Ende stehen dann ganz individuelle Auflagen, die die jeweilige Fischerei erfüllen muss, damit Umweltauswirkungen so weit als möglich minimiert werden. Das Ganze wird jährlich kontrolliert und alle zwei Jahre treten die externen Experten zusammen, um das Projekt an sich und die Auflagen von Neuem zu bewerten.

Wie können solche Auflagen aussehen?

Nehmen wir zum Beispiel Kutterfisch, die einzige verbliebene deutsche Hochseefischerei, die in der nördlichen Nordsee und im Skagerrak nach Naturland-Wildfisch-Richtlinien Seelachs fängt. Die Projektauflagen erlauben dabei nur besonders leichte und weitmaschige Netze. In Gebieten mit sensiblen Lebensräumen oder hohem Jungfischanteil darf gar nicht gefischt werden. Den Erfolg belegen die wissenschaftlichen Fangbeprobungen durch das staatliche Thünen-Institut für Seefischerei. Da ist praktisch nichts im Netz, was nicht rein soll.

Gibt es weitere Nachhaltigkeitsaspekte?

Was die Umwelt angeht, sind auch die Schiffe von Bedeutung. Die beiden Kutterfischtrawler etwa fahren nicht mit Schweröl, wie leider immer noch üblich, sondern mit leichterem Schiffsdiesel - plus Katalysator! Und dann der soziale Aspekt: Kutterfisch fährt unter deutscher Flagge mit entsprechend hohen Sozialstandards. International hingegen sind die Arbeitsbedingungen gerade in der Fischerei oft miserabel. Die Naturland-Richtlinien schreiben deshalb weltweit soziale Mindeststandards vor.

Kontakt

Naturland - Verband für ökologischen Landbau e. V.
Kleinhaderner Weg 1
82166 Gräfeling
E-Mail: naturland@naturland.de
Web: www.naturland.de

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