Obst und Gemüse

Vitamine: Regio toppt Bio

Von Anke Thomsen · 2016

Produkte aus der Region stehen neben Frische auch für mehr Transparenz in der Erzeugung. Wer es damit ernst meint, bei dem stehen im Winter Kohlgemüse, Feldsalat oder Äpfel auf dem Speiseplan und weniger Spargel, Tomaten und Erdbeeren. Studien zeigen: Verbraucher passen ihre Essgewohnheiten zunehmend den Erntezeiten an. Ein einheitliches Gütesiegel für regionale Produkte fehlt bisher aber noch.

Kontrollierte Qualität steht im Vordergrund: vom Acker bis auf den Teller. Das wünschen sich immer mehr Verbraucher in Deutschland. Sie legen Wert auf einen hohen Nährstoff- und Vitamingehalt, gesunde sekundäre Pflanzenstoffe und Nahrungsmittelsicherheit. Und daher kaufen sie zunehmend regionale Produkte.
Nach dem Ernährungsreport 2016 des Landwirtschaftsministeriums (BMEL) möchten 76 Prozent der Bürger Lebensmittel aus der Region zu kaufen. Den Trend bestätigt auch Ulrich Hamm, Wissenschaftler für Agrar- und Lebensmittelmarketing an der Universität Kassel, in einer aktuell vorgelegten Studie zum Kaufverhalten in Deutschland. Bei der Kaufentscheidung steht Regio danach sogar noch über dem Preis.

100 Obst- und Gemüsesorten

Der Obst- und Gemüseanbau findet in Deutschland vor allem im Freiland statt. Mit mehr als 100 verschiedenen Obst- und Gemüsesorten ist die Auswahl groß. Mehr regionale Produkte bedeutet für den Verbraucher, dass er seine Ernährung stärker saisonal ausrichten muss.
Bei einer Gesamtfläche für den Gemüseanbau von 116.790,9 Hektar fällt nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf den Freilandanbau eine Fläche von 115.586,3 Hektar. Der Anbau in deutschen Gewächshäusern hat hingegen nur einen Flächenanteil von rund 1.204,5 Hektar.
Der Apfel ist mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 19,5 Kilogramm nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes e.V. (DBV) das beliebteste Obst in Deutschland. Der Verzehr von frischem und verarbeitetem Gemüse liegt insgesamt bei rund 90 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Um den Bedarf zu decken, importiert Deutschland im Schnitt jährlich mehr als drei Millionen Tonnen frisches Gemüse und rund fünf Millionen Tonnen frisches Obst aus Ländern der Europäischen Union und Drittländern.

Rufe nach Mindeststandards

Derzeit fehlt es bei regional beworbenen Produkten im Handel noch an zuverlässigen Aussagen über Qualität der Erzeugung oder Verarbeitung. Ein Produkt mit dem vom BMEL geförderten Etikett „Regionalfenster“, muss nur zu 51 Prozent regionale Anteile haben. Weitere Angaben wie beispielsweise zur Nachhaltigkeit oder Gentechnik fehlen. Sowohl der Handel als auch Verbraucher fordern zunehmend einen gültigen rechtlichen Rahmen und Mindeststandards für Produkte aus der Region.

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