Einzelhandel

Sie lieben Lebensmittel

Von Jens Bartels · 2015

Der Kunde ist König. Um die Artikel des täglichen Bedarfs einzukaufen, kann er zwischen Discountern, klassischen Supermärkten oder großen SB-Märkten auswählen. Sie bieten mit Blick auf Sortimentsgröße oder Markenauswahl ganz unterschiedliche Einkaufserlebnisse. Fünf Lebensmittelkonzerne dominieren den deutschen Markt.

Der Besuch von Lebensmittelmärkten gehört zum Alltag. Nudeln, Gemüse oder Schokolade kaufen die meisten Bundesbürger mehrmals in der Woche ein. Einzelhändler buhlen um die Gunst der Kunden mit großen Werbeetats. Allerdings bestimmt oft genug die Produktliste auf dem Einkaufszettel über die Wahl des passenden Lebensmittelhändlers.

Markenvielfalt im Supermarkt

Die Unterschiede bei der Sortimentsgröße sind immens: Während Discounter wie Lidl oder Aldi im Durchschnitt um die 2.000 Artikel im Sortiment haben, halten klassische Supermärkte wie Edeka oder Rewe je nach Größe des Geschäftes zwischen 11.000 und 25.000 Artikel für ihre Kunden bereit. Die SB-Warenhäuser Kaufland oder Real kommen sogar auf eine Sortimentsgröße von knapp 50.000 Artikeln.
Auch die Sortimente selbst weisen gravierende Unterschiede auf. Discounter bieten viele Produkte als Handelsmarke an, klassische Supermärkte und SB-Märkte setzen dagegen neben Handelsmarken auch auf eine große Zahl von Herstellermarken. Nicht zuletzt werben Supermärkte und sb-Warenhäuser im Vergleich zu Discountern verstärkt mit Produkten aus der Region und stellen etwa für den schnellen Pausensnack fertig geschnittenes Obst zum Kauf bereit. Die Wettbewerber haben aber auch Gemeinsamkeiten. Streng achten sie auf Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Dabei müssen sie den Bedürfnissen der Verbraucher folgen, die immer bewusster auch bei Lebensmitteln Herkunft und Qualität hinterfragen. Studien zufolge greifen immer mehr Bundesbürger zu Bio-Lebensmitteln und Fair Trade-Produkten

Marktmacht durch Konzentration

Insgesamt verbuchte der Lebensmitteleinzelhandel 2014 in Deutschland einen Umsatz von 165,1 Milliarden Euro. Die Edeka-Gruppe ist Branchenführer mit einem Marktanteil von 25,2 Prozent. Danach kommen die Rewe-Gruppe und die zur Schwarz-Gruppe gehörenden Ketten Lidl und Kaufland mit jeweils 14,8 Prozent. Es folgen Aldi mit einem Marktanteil von 12,1 und die Metro-Gruppe, zu der zum Beispiel real gehört, mit 5,8 Prozent. Zu beobachten ist eine steigende Marktmacht der Einzelhandelsketten gegenüber den Herstellern von Lebensmitteln. Darauf weist auch der Präsident des Bundeskartellamtes hin. „Die großen Handelskonzerne haben bereits jetzt einen gravierenden Vorsprung gegenüber ihren mittelständischen Konkurrenten und genießen strukturelle Vorteile, die sie in den Verhandlungen mit den Herstellern nutzen können“, so Andreas Mundt. Dieser Linie folgend hat das Kartellamt in diesem Jahr die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka untersagt.

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