Umweltschutz und Tierwohl

Die Natur beachten

Von Andrea von Gersdorff · 2015

Der Begriff Nachhaltigkeit steht im Lebensmittelsektor für eine Rückbesinnung auf Bewirtschaftungsmethoden, die mit der Natur in Einklang stehen. Beim Verbraucher stehen vor allem Bemühungen dieser Art in der Landwirtschaft bei der Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Produkten sowie bei den Verpackungen hoch im Kurs.

Wenn Eier in artgerechter Hühnerhaltung erzweugt werden kommt das auch dem Verbraucher zugute.

Die Lebensmittelbranche besteht grob gesagt aus den Feldern Erzeugung, Verarbeitung und Verkauf von Lebensmitteln. Nachhaltigkeit ist dabei insbesondere bei der Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln sowie bei der Verpackung daraus hergestellter Produkte gefragt.

Belange der Umwelt ernst nehmen

Eine nachhaltige Landwirtschaft muss daher den Anbau landwirtschaftlicher Produkte so organisieren, dass er einerseits effizient und produktiv ist, gleichzeitig aber auch die Bedürfnisse der Umwelt berücksichtigt und keine Schäden an ihr verursacht – ein Spagat also zwischen Produktivitätssteigerung und Ressourcenschonung. Dabei ist beispielsweise die Ausbringung von Düngemitteln und Pestiziden so gering wie möglich zu halten, ohne wesentliche Einbußen bei den Erträgen oder der Pflanzenqualität zu erleiden. Am ehesten kann sich der Verbraucher bei zertifizierten Bio-Produkten auf die Einhaltung dieser Standards verlassen. Aber auch konventionell arbeitende Landwirte achten auf die Bedürfnisse der Umwelt. Denn bei Bauern hat längst ein Umdenken eingesetzt. In der Erklärung des Deutschen Bauerntages in diesem Jahr in Erfurt erfolgte dazu ein eindeutiges Bekenntnis: Das Selbstverständnis der Bauern gilt einer nachhaltigen, bäuerlich-unternehmerischen Landwirtschaft, heißt es in der sogenannten „Erfurter Erklärung“.

Dem Tierwohl verpflichtet

Bei der Erzeugung tierischer Produkte wie Fleisch, Milch und Eiern geht es in Fragen der Nachhaltigkeit vor allem um das Tierwohl. Züchtung und Haltung der Tiere sollen den Bedürfnissen der Tiere bestmöglich angepasst sein. Dazu zählt eine artgemäße Unterbringung und Fütterung ebenso wie verbesserte Tiergesundheits- und Hygienestandards, die den Einsatz von Arzneimitteln minimieren sollen. Auch gilt als nachhaltige Tierhaltung, dass Eingriffe an Tieren wie das Stutzen der Schweineschwänze nicht mehr vorgenommen werden.
In der Eierproduktion ist der nachhaltige Gedanke für den Verbraucher auf der Verpackung sofort nachzuvollziehen: Eier werden nun vornehmlich in artgerechter Bodenhaltung und Freilandhaltung erzeugt. Bei Bodenhaltung leben die Legehennen in einem geschlossenen Stall, in dem sie sich frei bewegen können. In der Freilandhaltung haben sie neben dem Stall, der den Anforderungen an die Bodenhaltung entspricht, tagsüber im freien Auslauf.

Schadstofffreie Verpackungen

Die Nachhaltigkeit in der Lebensmittelbranche macht auch vor der Verpackung nicht halt. Aus Kostengründen haben Hersteller immer schon versucht die Verpackungsmenge zu optimieren. Aber nun stehen im Rahmen einer nachhaltigen Verpackung ebenfalls der Herstellungsprozess und die genutzten Rohstoffe im Fokus, damit die Verpackung am Ende frei von Schadstoffen und leicht zu recyceln ist. Eine gute Orientierung für den Verbraucher ist das FSC-Zeichen auf Karton- und Papierverpackungen – diese liegen in ihrer Ökobilanz deutlich vor Kunststoffen und Verpackungen aus Aluminium. Ebenfalls als nachhaltig gelten – zum Beispiel bei Joghurt – leichte Kunststoffbecher, die mit einer Papphülle aus nachwachsenden Rohstoffen umgeben sind. Allerdings wirkt sich dieser Fortschritt nicht immer auf die Ökobilanz aus, wenn Rohstoffe von weit her transportiert werden. 

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